Fünfjährige können bereits einfache moralische Urteile bilden und Perspektiven anderer in Ansätzen berücksichtigen, jedoch nur in konkreten, anschaulichen Situationen.
1. Regel:
Was muss denn entschieden werden?
Zum Beispiel: „Vater hat ein Eis spendiert, was wähle ich denn jetzt?“
„Welches Buch soll Oma uns zuerst vorlesen?“
2. Regel:
„Was ist mir wichtig, was will ich auf keinen Fall?“
Kindgerechte Kriterien wählen: fair sein, niemandem wehtun, teilen, ehrlich sein, das gefällt mir sehr gut,
das mag ich gar nicht
Zum Beispiel kann man fragen: „Was schmeckt dir besonders gut, was nicht?
„ Oma soll mir das hier vorlesen!
3.Regel:
„Welche Entscheidungs-Möglichkeiten kenne ich, habe ich denn?“
Mit dem Kind genau hinsehen und nacherzählen lassen: „Erzähl mal ganz genau.“ So wird die
Trennung von Gefühl und Sachlage angebahnt.
Zum Beispiel: „Welches Eis kennst du denn schon? , Wie schmecken denn die verschiedenen
Eissorten?
"Welche Kinderbücher könnten dir gefallen?"
„ Unter welchen Büchern kann ich denn aussuchen und was sind das für
Geschichten?
4. Regel:
„Ich kenne nun meine Entscheidungs-Möglichkeiten, was spricht mich besonders an, was
halten andere davon?“
Gemeinsam Problemfeld-Spektrum erarbeiten: „Was wäre gut für mich, was wäre vielleicht blöd
andere?“
Zum Beispiel: "Jetzt kenne ich die verschiedenen Eissorten und weiß wie sie schmecken!" Es fragt
den Vater: „Was isst du denn gerne?"
Ich weiß jetzt, welche Bücher zum Vorlesen bereit stehen und in welche Gruppe die
Geschichten einzuordnen sind!
5. Regel:
„Wie entscheidest du jetzt, wenn du daran denkst, was dir wichtig ist?“
Das Kind formuliert eine vorläufige Entscheidung:
Zum Beispiel: Ich nehme ein Mango-Eis, das hat mir bisher gut geschmeckt!
Dabei wird der Abwägungsprozess betont, dass alle Eissorten bedacht
wurden.
Zuerst soll folgendes Buch vorgelesen werden, weil dieses Buch uns beiden
gefallen könnte!
6. Regel:
„Erzähl es den anderen.“
Das Kind sagt der anderen Person seine Entscheidung und Begründung: „Ich hab mir überlegt…“ –
das ist die kindliche Form des „Veröffentlichens“.
7. Regel:
„Kann ich das später noch mal ändern?“
Nach einiger Zeit wird gefragt: „War das eine gute Lösung oder machen wir es nächstes Mal
anders?“ So wird die Idee der Überprüfung angebahnt.
Für 5-Jährige kann man Regeln 1–3 als drei einfache Fragen ritualisieren:
„Was ist zu entscheiden?“,
„Was ist dir wichtig, was willst du nicht?“,
„Zwischen welchen Dingen kannst du denn wählen ?“
Man kann Regeln 4–7 als Merksätze einüben:
„Schau dir alle Wahlmöglichkeiten gut an und bewerte sie nach deiner eigenen
Wichtigkeit!“
„Jetzt entscheide nach deinen Wünschen!°“ –
„Sage es auch den anderen wie und warum du dich so entschieden hast!“ –
„Überprüfe später, ob deine Wahl gut war!“


